Gesundheit

Vergabe Rettungsdienst im Kreis Herzogtum-Lauenburg

Vergabe Rettungsdienst im Kreis Herzogtum-Lauenburg

ver.di fordert Tarifbindung, Mitbestimmung und gute Arbeitsbedingungen als wesentliche Kriterien für die Vergabe

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert klare Kriterien bei der Vergabe des Rettungsdienstes im Kreis Herzogtum-Lauenburg. Im Fokus müssen die Beschäftigungsbedingungen stehen, wie echte Tarifbindung, gute Arbeitsbedingungen und faire Vergütungen.

„Wir fordern die Tarifbindung in einem Flächentarifvertrag als Vergabebedingung. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels im Rettungsdienst sind harte politische Vorgaben sinnvoll. Der Landkreis muss hier deutlich nachbessern, wenn er einen qualitativen Rettungsdienst absichern will“ fordert Imke Wriedt, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di- Südholstein.

„In anderen Regionen der Bundesrepublik wählen Landkreise den Weg zur Re-Kommunalisierung, um eine gute Qualität sicher zu stellen. Unsere Kritik ist, dass der Landkreis hier lediglich einen Träger aufstellt, der aber ausschließlich administrativ tätig sein soll.“ kritisiert Wriedt.
Zum Hintergrund: Vergabekriterien sind hier Kosten und Zuverlässigkeit der Anbieter. Die geplante Trennung zwischen dem bereits agierenden Träger des Rettungsdienstes (Kreis) und der Durchführung des Rettungsdienstes, soll „in der Regel durch die HLR (Kreis) an gemeinnützige Organisationen (eingebundene Dritte) vergeben“ werden. Ob diese Trennung der Bereiche der Qualität des Rettungsdienstes tatsächlich nützen wird bleibt offen und erscheint vor den eigens aufgestellten Kriterien zumindest fraglich.

„Der Rettungsdienst ist eine von Fachkräftemangel geprägte Branche. Gerade die aktuelle Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig motivierte Beschäftigte in der Daseinsvorsorge sind., zu denen auch der Rettungsdienst gehört. Deshalb sagen wir: Motivation für diese Berufe braucht mehr als einen frei verhandelten Arbeitsvertrag bei einem beliebigen Arbeitgeber, der von Vergabe zu Vergabe wechseln könnte. Wir brauchen deshalb klare Kriterien und Tarifbindung.“ so Wriedt weiter. Die Gewerkschaft ver.di fordert daher die Verantwortlichen des Landkreises auf, klare Kriterien bei einer transparenten Vergabe und der Ausgestaltung des Rettungsdienstes im Kreis Herzogtum Lauenburg angemessen zu berücksichtigen.