Ver- und Entsorgung

Chance für Neuanfang beim WZV nutzen

Chance für Neuanfang beim WZV nutzen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Bezirk Südholstein sieht in der derzeitigen Situation beim Wege-Zweckverband in Bad Segeberg auch Chancen für einen Neu-Anfang, der möglich und notwendig sei. Ebenso fordert ver.di, dass die geplante Ausgründung einer weiteren Gesellschaft-wieder auf den Prüfstand kommt.

Gleichzeitig begrüßt ver.di die Entscheidung des Hauptausschusses, sich vom Verbandsvorsteher und Geschäftsführer Jens Kretschmer zu trennen. „Diese Entscheidung war mehr als überfällig. Es ist positiv, dass der Hauptausschuss sich endlich dazu durchgerungen hat. Wir hoffen, dass auch die Mehrheit der Bürgermeister dem Hauptausschuss folgt“, so der zuständige Gewerkschaftssekretär Andreas Wübben. Spät, aber hoffentlich nicht zu spät habe der Hauptausschuss nun die Reißleine gezogen. „Wir müssen jedoch davon ausgehen, dass im Zuge der derzeitigen Prüfungen weitere Altlasten und Probleme entdeckt werden“.

Auf dem Prüfstand für eine zukünftige Organisation des Wege- Zweckverbands gehört nach Ansicht von ver.di auch die geplante Ausgründung einer weiteren Tochtergesellschaft.

Nach wie vor sorge dieser Plan für erhebliche Verunsicherung und damit für Unruhe unter den Beschäftigten. „Wirtschaftlich ist diese Ausgründung Unsinn. Auch könne man die in den teuren Gutachten bezifferten Risiken damit keinesfalls minimieren“, teilt Wübben dazu mit.

„Die derzeitige Struktur des Wege-Zweckverbands mit zwei Unternehmen ist ursächlich für Intransparenz und mangelnde Kontrolle. Rückführung der WZV-E-Beschäftigten in den Wege- Zweckverband – das ist die sauberste Lösung“. Damit wäre vermutlich auch die drohende Millionen-Nachzahlung in die betriebliche Altersversorgung VBL wohl Tisch.

Nach Auffassung von ver.di benötigt der Wege-Zweckverband zukünftig mehr Transparenz, stärkere Kontrolle durch die Bürgermeister und einen kooperativen Führungsstil. Zusammen mit den Beschäftigten könne es so gelingen, das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen. „Die Beschäftigten haben immer wieder gezeigt, dass sie sich motiviert und engagiert für ihr Unternehmen und die Kunden einsetzen. Dazu sind sie auch zukünftig bereit“, so Andreas Wübben von ver.di. Allerdings müsse die zukünftige Führung auch das Vertrauen der Beschäftigten zurückgewinnen.

„Ein häufig autokratischer Führungsstil und die Missachtung der Rechte von Personal- und Betriebsräten haben zu großem Unmut, Verärgerung und Verunsicherung unter den Beschäftigten geführt“, so Wübben weiter. „Wenn der Vorsitzende des Hauptausschusses die Beschäftigten als höchstes Gut des Unternehmens bezeichnet, so teilen wir uneingeschränkt seine Meinung“. Allerdings müssten nun auch sichtbare Schritte und tatsächliche Veränderungen erfolgen.

ver.di kündigt an, sich auch zukünftig engagiert für die Beschäftigten der beiden Unternehmen einzusetzen. „Ob daraus Konfrontation oder Kooperation wird, liegt in den Händen einer neuen Geschäftsführung“ so ver.di abschließend.